Werkakte · 2018-2019

Werk vollendet

Aus Erbe wird Identität

Kronolith-Erkenntnis

Pascal arbeitet nicht blind drauf los. Er versetzt sich zuerst in den Kunden hinein. Was wünscht sich der Kunde? Was muss er beim Kauf wissen? Wie kommt er leicht an die Informationen heran, ohne groß suchen zu müssen? Wie kann ich das Produkt im Shop-Design widerspiegeln? Bei Feuer-Fuchs war das nie ein Metallkasten, sondern direkt ein wohliges Feuer im Zuhause. Erst diese Wahrheit, dann die Form. Kein Krisenfall also, sondern ein Betrieb mit guter Substanz, dem allein die eigene Handschrift fehlte bis sein Auftritt endlich den Kern seines Produkts zeigte.

Ausgangslage

Feuer-Fuchs ist ein Onlineshop für Öfen und Kamine, geführt von zwei Geschäftsführern mit solidem Fachwissen. Das Fundament stand, denn Produkte, Sortiment und Kundenzufriedenheit stimmten. Allein ein eigenes Gesicht fehlte dem Auftritt. Ofenshops sehen fast alle gleich aus, weiß mit knallroten Akzenten und schwarzer Schrift, kaum zu unterscheiden, wie aus einem Standard-Template. Das Stöbern wirkt darin kalt, das aufdringliche Rot fast unangenehm und der Einkauf gerät zur gefühlsarmen Rechnerei mit Preisen. Dabei kauft niemand einen Ofen wegen einer Tabelle. Gewünscht sind ein wohliges Feuer im Wohnzimmer oder auf der Terrasse, knisternde Abende und angenehme Wärme. Dieses Gefühl, das eigentliche Produkt, kam im Auftritt nicht vor.

Anlass

Die beiden Geschäftsführer wollten einen schönen und schnellen Shop. Sie haben dabei Pascal in seiner Kreativität freien Lauf gelassen und ihm vertraut, dass er etwas Einzigartiges schaffen wird. Da sie außerdem täglich viele Telefonanrufe von ihren Kunden und Interessenten bekamen, war ihnen noch eine Schwachstelle in ihrem eigenen Shop bewusst. Nämlich die, dass notwendige Informationen nicht leicht zu finden waren. Hierfür musste eine Lösung her.

Das verdeckte Problem

Unter der gleichförmigen Optik wirkte eine stille Drift. Der Shop verkaufte Öfen, als wären sie bloß Metallkästen mit Preisschild, nicht das Erlebnis, für das die Kunden eigentlich kommen. Das eigentliche Werk, das Gefühl, was ein gemütliches Feuer im eigenen Zuhause auslöst, lag unter der Branchenkonvention begraben. Wer aussieht wie alle, führt am Ende über den Preis. So drohte Feuer-Fuchs, seinen wahren Wert an die bloße Vergleichbarkeit zu verlieren.

Diagnose

Nicht ein einzelnes Element schwächelte, sondern der ganze Markenauftritt. Bildsprache, Farben und Ton widersprachen dem Produktversprechen. Kalt statt warm und berechnend statt einladend. Der Blog war zudem ein namenloses Anhängsel, wichtige Informationen waren unübersichtlich und ein Logo, mit dem sich die Inhaber identifizieren konnten, fehlte. Die Substanz war da, nur die Form passte noch nicht.

Entscheidung

Die Richtung war klar: Der Shop muss den Kern des angebotenen Produkts widerspiegeln können. Weg vom aufdringlichen Knallrot, hin zu beruhigenden, warmen Farbtönen. Von der Startseite über den Blog bis zum Servicebereich sollte jeder Baustein dasselbe Versprechen einlösen: Wärme, Wertigkeit und Behaglichkeit, unterstützt von einem Logo, das den Inhabern wieder Stolz gibt.

Umsetzung

Die Farbwelt wechselte zu ruhigem Weinrot, warmem Grau und Beige. Aus dem Blog wurde das Kaminmagazin, dessen Name und Gestaltung wirken, als hielte man ein hochwertiges Fachheft in den Händen, sodass Haptik, Geruch und Gewicht unterbewusst mitklingen und das Lesen wertiger anfühlen. Dazu kam ein aufgeräumtes Service-Center mit klaren Icons, über das Kunden übersichtlich an alle nötigen Infos kommen. Das Highlight aber war das neue Logo, dem schnell eigenes Merchandising von Außenwerbung bis hin zu Kaffeetassen folgte.

Komplexität

Ein Gefühl digital spürbar zu machen, ist die eigentliche Kunst. Wärme und Behaglichkeit lassen sich nicht bestellen. Sie entstehen über Bild, Farbe, Rhythmus und Sprache. Dabei durfte der Shop trotz aller Atmosphäre nie an Übersicht und Kompetenz verlieren, denn ein Ofenkauf ist eine Investition und verlangt klare Information. Sich radikal von der Branche abzuheben, ohne die Verständlichkeit zu opfern, war der schmale Grat.

Ergebnis

Aus einem Standard-Shop wurde ein einzigartiges Einkaufserlebnis. Beide Geschäftsführer grinsten breit, als sie das neue Logo sahen. Sie sind seitdem wieder stolz auf ihre Firma und dachten sofort ans Merchandising. Das Feeling sprang auch auf andere Menschen über, denn Pascal wurde sogar noch Jahre später von mehreren Geschäftsführern auf dieses gelungene Shop-Design angesprochen. Feuer-Fuchs sieht heute nicht mehr aus wie andere Onlineshops, sondern wie das, was sie verkaufen: ein knisterndes Feuer im eigenen Zuhause.

Der Beweis

Startseiten-Erlebnis

Neues Logo und neues Design

Blog-Relaunch

Kaminmagazin

Echos aus der Branche

Mehrfach angesprochen

Als wir das neue Logo gesehen haben, mussten wir beide grinsen. Wir wussten, dass wir neue Kaffeetassen damit haben wollen.

Geschäftsführung · Feuer-Fuchs

Der Kunde will keinen simplen Metallkasten kaufen, wenn er sich einen Ofen wünscht, sondern das Gefühl erwerben, was ein gemütliches Feuer im eigenen Zuhause bewirkt.

Pascal · Werkspatron
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